Teilhabe

 

  1. Inklusion
  2. Integration
  3. Erziehung
  4. Bildung

Auszug Kapitel 3.8

Es gibt viele Beispiele dafür, wie der Sport den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und Gleichheit zwischen den Menschen schaffen kann. Viele Breitensportarten führen Kampagnen gegen den Rassismus und setzen sich für Frieden, Solidarität und Inklusion ein. „Sport kann uns im Geist der Gemeinschaft unter Völkern und Kulturen zusammenführen. Der Sport ist in der Tat ein Zeichen dafür, daß der Friede möglich ist.“ [48] (Benedikt XVI., Angelus, 8. Juli 2007)

Auszug Kapitel 5.2

Da der Sport kostbare Werte für den Menschen mit sich bringt, sollte jeder, der den Wunsch hat, ihn auszuüben, auch die Möglichkeit dazu haben. Dies gilt insbesondere für arme Menschen oder benachteiligte Kinder, Personen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, für Menschen ohne Heimat oder Flüchtlinge. In vielen Teilen der Welt sind Mädchen und Frauen vom Recht auf Ausübung sportlicher Aktivitäten ausgeschlossen. Jeder kann durch die Möglichkeit zur Teilnahme am Sport eine Bereicherung erfahren. Wenn Spitzensportler zum Beispiel Menschen mit Behinderungen beim Sport zusehen, dann sollten sie sich daran erinnern, dass es wirklich eine Freude ist, am Sport und an Wettkämpfen gegen einen Gegner und sich selbst teilzunehmen. Einige Beispiele helfen, alle wieder auf das humanisierende Potenzial des Sports hin auszurichten. [72] (N. Watson & A. Parker (Herausgeber), Sports, Religion and Disability, New York 2015.)


1. Inklusion

Auszug Kapitel 4.1

Jede Form der Diskriminierung aufgrund der sozialen oder nationalen Herkunft, des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Rasse, der körperlichen Verfassung oder der Religion kann im Sport nicht akzeptiert werden. Doch auch über das unmittelbare Sportereignis hinaus sollte sich der Sport für das, was in seinem Kontext geschieht, verantwortlich fühlen. Viele Menschen sind an der Vorbereitung und Durchführung von großen Sportveranstaltungen beteiligt, und ihre legitimen Interessen und Lebensbedingungen müssen respektiert werden.

Auszug Kapitel 5.2

Die Entwicklung der Paralympischen Spiele und der Special Olympics ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Sport eine große Möglichkeit zur Inklusion bieten, dem Leben einen Sinn geben und ein Zeichen der Hoffnung sein kann. Auch die Geburt des ersten Olympischen  Flüchtlingsteams im Jahr 2016 sowie die Fußballweltmeisterschaft der Obdachlosen sind wichtige Initiativen, die deutlich machen, dass das Gute, das der Sport hervorbringt, auch für Menschen gelten kann, die ihr Land verlassen mussten oder unter Entbehrungen und in Armut leben, indem ihnen die Möglichkeit zur Beteiligung geboten wird.

 

2. Integration

Auszug Kapitel 2.1

Der moderne Sport hingegen hat fast in allen Kulturen Eingang gefunden und überwindet nationale Grenzen und kulturelle Unterschiede. Sicherlich gibt es noch immer lokale Sportarten, die sich derzeit wachsender Beliebtheit erfreuen, aber neben ihnen hat sich eine Art globaler Sport entwickelt, der – wie eine Universalsprache – von fast allen Menschen verstanden werden kann.


„Der Sport ist ein typisches Phänomen der Moderne […] gewissermaßen als ein ‚Zeichen der Zeit‘ zu sehen, das die neuen Bedürfnisse und Erwartungen der Menschheit zu deuten vermag. Er hat sich in allen Teilen der Erde verbreitet und hierbei Unterschiede zwischen Kulturen und Nationen überwunden.“ [16] (Johannes Paul II., Predigt bei der Heiligjahrfeier der Sportler, 29. Oktober 2000.)

3. Erziehung

Auszug Kapitel 5.2

Um Menschen auf christliche Weise zu erziehen, müssen wir sie zu menschlichen Werten in allen Dimensionen der Realität führen, einschließlich der Transzendenz. Das ist die tiefe Bedeutung des Sports: die Fähigkeit, zur Fülle des Lebens erziehen zu können und sich der Transzendenz zu öffnen. Sport ist auch der Weg, um jungen Menschen die Kardinaltugenden der Stärke, der Mäßigung, der Umsicht und der Gerechtigkeit näher zu bringen, und sie bei ihren Bemühungen zu begleiten. In der Welt der Leibeserziehung war der heilige Johannes Bosco, damals nur ein junger Priester aus Turin, wahrscheinlich der erste katholische Erzieher, der 1847 die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport für die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit des jungen Menschen erkannte. Für Don Bosco bedeutet Sporterziehung, die persönliche Begleitung der jungen Menschen und den gegenseitigen Respekt, auch im Wettbewerb, zu fördern.

Sportler haben die Aufgabe, „auch Erzieher zu sein,  denn Sport kann viele Werte wie Loyalität, Freundschaft und Teamgeist wirkungsvoll vermitteln“. [35] (Johannes Paul II., Ansprache an die Versammlung des Exekutiv- ausschusses der FIFA, 11. Dezember 2000)

Auszug Kapitel 5.5

Sport zum Wiederaufbau des Erziehungspaktes „Wir werden die Welt nicht verändern, wenn wir die Erziehung nicht verändern.“[77] Um effektiv zu sein, muss ein Sportpastoralprojekt ein Netzwerk zwischen Familien, Schulen und öffentlichen Einrichtungen schaffen. Wenn wir auf die Bildung und Erziehung Einfluss nehmen wollen, sollte man nicht in „voneinander getrennten Bereichen“ arbeiten.

„Wir möchten auf irgendeine Weise die Anstrengungen aller für die Erziehung wieder integrieren, möchten den Erziehungspakt auf harmonische Weise wiederherstellen, denn nur so, wenn wir alle, die wir für die Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen verantwortlich sind, harmonisieren, wird die Erziehung sich ändern können.“ [78] (Ibidem.)

4. Bildung

Auszug Kapitel 2.1

Die wachsende Eigenständigkeit des Sports, verbunden mit der Wiederentdeckung der pädagogischen Ideale des antiken Griechenlands, begründete eine Entwicklung, in deren Verlauf körperliche Aktivitäten als immer wichtiger für die ganzheitlichen Bildung und Erziehung des Menschen erachtet wurden. Gründer der philanthropischen Bewegung Johann Bernhard Basedow (1724-1790) bis hin zu Thomas Arnold  (1795-1842) – , die sich diese Idee der ganzheitlichen Erziehung zu eigen machten und sie auf die Lehrpläne übertrugen, in denen großer Wert auf den Sportunterricht gelegt wurde. Im Allgemeinen lässt sich der moderne Sport auf zwei Ursprungsquellen zurückführen: einerseits auf die in den öffentlichen Schulen in England ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts initiierten Spiele und Wettkämpfe und andererseits die motorischen und gymnastischen Übungen, die im Zuge der reformpädagogischen Bewegung des Philanthropismus entstanden und später in Schweden weiterentwickelt wurden. Bezüglich des ersten Ursprungsbereichs sei erwähnt, dass die öffentlichen Schulen in England antike Spiele, Wettkämpfe und Freizeitaktivitäten in ihre Lehrpläne aufnahmen. So wurde der Sport ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Bildung und breitete sich allmählich in allen Schichten der britischen Gesellschaft aus. Als Großbritannien eine Weltmacht wurde, wurde das Bildungssystem auf alle Gebiete des britischen Empire übertragen.

Ursprünglich war der Philanthropismus ein pädagogisches Ideal, das für eine ganzheitliche Erziehung und Bildung plädierte. Dieser pädagogische Ansatz umfasste nicht nur körperliche Aktivitäten wie das Turnen, sondern zielte auch darauf ab, die Anerkennung der Gleichberechtigung der Menschen zu fördern und demokratische Werte zu vermitteln. Diese Idee setzte sich in Schweden durch, wo das Turnen ein fester Bestandteil des Schulunterrichts wurde. Der Sportunterricht war auch Teil der Berufsausbildung beim Militär, im ästhetischen Bereich und im Gesundheitswesen. Die Bedeutung des schwedischen Systems wird dadurch deutlich, dass es einen besonderen Einfluss auf die Entwicklung des Frauensports hatte. [19] (Ibidem, S. 257.)

Ende des 19. Jahrhunderts vereinte Pierre de Coubertin die verschiedenen Traditionen, indem er sie auf die Olympische Idee hin orientierte.  Coubertin hatte ein globales pädagogisches Programm für die Erziehung und Bildung der jungen Generationen auf der ganzen Welt im Sinn. Seine Hauptziele waren die Erziehung zu Frieden, Demokratie, zu einer Begegnungskultur und zur Suche nach menschlicher Vollkommenheit.

Auszug Kapitel 3.8

Sport ist eine Aktivität, die die Gleichheit aller Menschen fördern kann und muss. „Die Kirche [….] betrachtet den Sport als ein  Bildungsinstrument, wenn er hohe menschliche und geistige Ideale fördert und zur ganzheitlichen Schulung junger Menschen in Werten wie Loyalität, Ausdauer, Freundschaft, Solidarität und Frieden beiträgt“. [46] (Johannes Paul II, Ansprache an eine Delegation des Fußball-Clubs Real Madrid, 16.September 2002.) Der Sport ist ein Bereich unserer Gesellschaft, der die Begegnung zwischen allen Menschen fördert und sozioökonomische, rassische, kulturelle und religiöse Diskriminierung überwinden kann.